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Chronik

1872
Begeisterte junge Männer, zumeist Teilnehmer am deutsch-französischen Krieg (1870/1871) gründeten im damaligen 300-Seelen-Dorf Badenstedt am 18. Januar einen Chor mit dem Namen “Männergesangverein Concordia” (concordia, lat. = Eintracht) unter der Chorleitung von Eduard Lemke, dessen Sohn und späterer Ehrenchormeister, Hermann Lemke, den Verein auf beachtliche Größe heranwachsen ließ.

1890-1895
Durch die aufstrebende Wirtschaft im Raum Hannover und die damit verbundene Bevölkerungszunahme in Badenstedt entstanden zwei weitere Chöre, das “Quartett Eintracht Badenstedt 1890” (welches sich bereits nach 20 Jahren wieder auflöste) und die “Vereinigte Liedertafel Badenstedt-Körtingsdorf 1895”.

1914-1918
Der erste Weltkrieg brach aus und unterbrach so den Entwicklungsschub der beiden in Badenstedt ansässigen Chöre und führte zum vorerst endgültigen Aussetzen der Chorproben. Erst 1919 wurden die Proben wieder aufgenommen. Glücklicherweise gab es in den Reihen der Concordia weder Gefallene noch Vermisste.

1922
Die erste Nachkriegszeit wurde unter der Leitung von Hermann Lemke und dem Vorsitz durch Heinrich Melcher geprobt. Bereits zum 50-jährigen Jubiläum konnte wieder ein stark besetzter Chor auftreten. Es folgten Teilnahmen an den Bundessängerfesten in Hannover (1924) und Wien (1928). Trotz mehrerer Chorleiter-Wechsel wuchs der Chor auf die Größe von 65 aktiven Sängern heran.

1933
Der 7. September brachte einen gravierenden Wechsel für die beiden Badenstedter Gesangsvereine. Im Zuge der Gleichschaltung während des Nationalsozialismus musste ein Zusammenschluss vollzogen werden, wobei keiner der beiden Vorsitzenden den neuen Vorsitz inne haben durfte. Erzwungene Änderungen der Vereinsstatuten und der Vereinssatzung am 15. Februar 1934 entsprachen nun dem “Neuen Geist” und ein neuer Name musste gefunden werden. Man einigte sich auf den noch heute gültigen Namen “Liedertafel Concordia von 1872 Hannover-Badenstedt”. Die Vereinsleitung lag ab 1934 bei Heinrich Biermann und Chormeister Herbert Heinzmann. Die Beanspruchung der Sänger durch Beruf und nationalsozialistische Organisationen führte jedoch zu einer rückläufigen Teilnahme an den Singabenden.

1939-1945
Die Sängertruppe zählte lediglich noch 30 Mann und mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs kam die Chorarbeit ein zweites Mal gänzlich zum Erliegen. Ende 1941 musste das Singen ganz eingestellt werden und das Vereinsleben ruhen. In den Folgejahren wurde jede Art von Vereinstätigkeit verboten, so wurde die Begeisterung für das Singen im Chor für lange Zeit unterdrückt.

1946
Nach entsprechender Vorbereitung langjähriger Concordia-Mitglieder fand am 15. Januar eine außerordentliche Generalversammlung statt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde. Der neue Vorsitzende, Heinrich Mehring, brachte es in relativ kurzer Zeit fertig, eine “Wiederbegründungsgenehmigung” und damit die Vorraussetzungen für die Wiederaufnahme der Chorarbeit zu erlangen. Als Chormeister konnte Georg Abel gewonnen werden, dem es zielstrebig gelang, eine beachtliche Leistungsstärke des Chores zu entwickeln.

1947
Zum 75-jährigen Jubiläum sang die Liedertafel Concordia erstmalig im “Hanomagsaal”. Die dort folgenden, zum Teil mit über 80 aktiven Sängern durchgeführten Konzerte fanden ein breites Echo und dem Chor wurde in der Presse und der Fachwelt ein hoher Leistungsstand bescheinigt. Als Eintrittsgelder und Mitgliedsbeiträge mussten zur damaligen Zeit Kohle-Briketts herhalten, mit denen der Übungsraum während der Proben geheizt wurde.

1952
Neben Auftritten bei verschiedensten Anlässen sowie zur Aufnahme im Rundfunk bildeten die Konzerte Höhepunkte in der musikalischen Arbeit. Das Konzert zum 80-jährigen Jubiläum und in den vier Folgejahren wurden mit Kritiken aus der Presse begleitet, die unterstreichen, dass diese Periode als eine Blütezeit der Concordia angesehen werden darf.

1957-1965
Georg Abel schied aus gesundheitlichen Gründen aus der Concordia aus. Seine Nachfolger wurden erst Werner Dockhorn und später Werner Burkhart, was jedoch einen Rückgang der Sängerzahl und der Bereitschaft zur Teilnahme an den Übungsabenden bewirkte. Erst die Rückkehr Georg Abels nach seiner beruflichen Pensionierung im Jahre 1965 als Ehrenchorleiter konnte eine erneute Wende bewirken. Erst jetzt bildete sich wieder eine Einheit, die als “concordiabel” bezeichnet wurde.

1972
Als erste Vorsitzende hatten Karl Blume und jeweils 16 Jahre lang Heinrich Biermann und Heinrich Mehring den Verein geprägt und gefördert. Nun stand das 100-jährige Jubiläum an. Die anlässlichen Feierlichkeiten fanden ihren Höhepunkt in einem festlichen Konzert unter der Leitung des Ehrenchorleiters Georg Abel. Gesellschaftlicher Höhepunkt des Jubiläums wurde der im Kuppelsaal der Stadthalle veranstaltete Ball, bei dem der bekannte hannoversche Conférencier Walter Böhm und das beliebte Laura-Septet die große Concordia-Familie und ihre Freunde in vergnügliche Stimmung versetzten. Anlässlich der 100-Jahr-Feier wurde die Liedertafel Concordia vom Bundespräsidenten Gustav Heinemann mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Heinrich Mehring im Jahre 1973 wurde ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Erwin Böker gewählt und Heinrich Mehring wegen seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch Georg Abel legte sein Amt als Chorleiter aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nieder. Sein Nachfolger wurde Gerhard Lischka.

1975
Dieses war eines der schwärzesten Jahre in der Geschichte der Liedertafel Concordia. Es verstarben im Laufe des Jahres der Vorsitzende Erwin Böker sowie zehn weitere Sänger, was zu einer enormen Schwächung des Chores führte, den Zusammenhalt jedoch nicht minderte. Rudolf Hess übernahm 1976 das Amt als nachfolgender Vorsitzender. Aus Krankheitsgründen Gerhard Lischkas übernahm 1978 Hartmut Nemitz die Leitung des Chores. Die Häufung der Todesfälle in den Reihen der Sänger überschattete die Concordia bis in das Jahr 1979.

1980-1984
Nach einer langwierigen Krankheit verstarb der Chorleiter Gerhard Lischka. Ab dem 1. August hatte die Concordia einen neuen Chorleiter gefunden, Christian Rath. Die Vorstandswahlen in diesem Jahr brachten ebenfalls einen neuen Vorsitzenden hervor, der bis heute die Concordia leitet: Herbert Deppe. Erhebliche Trauer kam auf, als die Concordia ihren langjährigen Ehrenchorleiter Georg Abel am 13. März 1984 mit würdigem Grabgesang zur letzten Ruhe bettete.

Unter erschwerten Bedingungen durch die Teilung von West- und Ostdeutschland besuchte die Concordia erstmals den befreundeten Robert-Schumann-Chor in Halle an der Saale und festigte somit die geknüpften Kontakte zu ihrem Partnerchor.

1987-1989
Mit feierlichem Grabgesang begleiteten viele aktive Sänger die Beisetzungsfeier für den verdienstvollen Ehrenvorsitzenden Heinrich Mehring. Im selben Jahr lud die Concordia zum ersten Mal zum Adventskonzert in die Badensteder Christkönig Kirche ein. Nach Beschluss einer neuen Satzung auf der Mitgliederversammlung wurde der Antrag auf Eintragung in das Vereinsregister am 20. Juli 1989 gestellt.

1991
Auf Wunsch vieler Frauen wurde in der Concordia darüber abgestimmt, ob ein Frauenchor gegründet werden soll. Ein entsprechender Aufruf fand großes Echo. Am 20. August konnte die Gründung des Frauenchores mit 36 Mitgliedern erfolgen. Die Leitung des neuen Chores übernahm der Sangesbruder Werner Doetsch.

1997
Das 125-jährige Bestehen der Liedertafel Concordia veranlasst den Vorstand sowie eine Handvoll Ausschüsse, ein ganzes Jubiläumsjahr zu veranstalten, geprägt von großen Konzerten, so unter anderem das Festkonzert in der Christkönig Kirche mit Begleitung eines Kammerorchesters. Erstmals präsentierte sich die Concordia in ihrer neuen, einheitlichen Vereinskleidung. Die Leitung des Frauenchores übernahm Melanie Schulze am 01. Juli 1998.

1999
Durch die Gründung eines Kinderchores im Februar wuchs der Verein um weitere, kleine Mitglieder. Jungen und Mädchen singen gemeinsam mit überragend anmutender Freude.
Die Chorleitung der Kinder übernahm ebenfalls Melanie Schulze.

2001-2003
Zum 10-jährigen Bestehen des Frauenchores veranstaltete die Liedertafel Concordia ein auswärtiges Konzert bei und mit ihrem Partnerchor, dem Robert-Schumann-Chor, in Halle an der Saale. Der Gegenbesuch des Partnerchores fand erstmalig 2003 statt, als die beiden Chöre gemeinsam bei dem Frühjahrskonzert am 26. April auftraten. Nur zwei Monate später, vom 19. bis zum 22. Juni, vertrat der Kinder- & Jugendchor erfolgreich als jüngste Singtruppe die Liedertafel Concordia auf dem 20. Chorfest des Deutschen Sängerbundes in Berlin.

2004
Am 21. Juli wurde der Vorsitzende Herbert Deppe für seine Verdienste vom hannoverschen Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg im Namen des Bundespräsidenten Johannes Rau mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im August dieses Jahres bekam der Frauenchor eine neue Spitze, indem Adelinde Sebald den Taktstock übernahm. Zudem präsentierte sich die Liedertafel Concordia am 28. September erstmals in dem weltweit größten und modernsten Medium, dem Internet.

2005
Melanie Schulze ist mit dem 01. Juli als Chorleiterin des Jugend- und Kinderchores ausgeschieden. Der Fortbestand des Nachwuchses der Liedertafel Concordia konnte somit nicht weiter gewährleistet werden, so dass sich der Jugend- und Kinderchor auflöste. Im November schied auch unsere Frauenchorleiterin Adelinde Sebald aus.

2006
Der langjährige Chorleiter des Männerchores Christian Rath übernahm Anfang Januar die Leitung des Frauenchores.
Im Mai wird ein kleiner Kindersingkreis gegründet, der von Svetlana Belakhina geleitet wird.

2007
135 Jahre Liedertafel Concordia. Dazu gab es ein Festkonzert am 15. April 2007 in der Christkönig Kirche.
Der Männerchor wurde geehrt für 60 Jahre treues Singen auf der Jubilarfeier des TVB - Turnverein Badenstedt -.

 

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